Kokosöl – gesund trotz gesättigter Fettsäuren!?

Immer wieder kommt einem zu Ohren, das Kokosöl neuerdings so gesund ist, obwohl das Profil seiner Fettsäuren größere Mengen an gesättigten Fettsäuren enthält. Und bekanntermaßen gelten diese seit den 80ern als ungesund. Weshalb dies nicht unbedingt auf Kokosöl zutrifft – nachfolgen die Erklärung.

Bereits in den 30er Jahren begannen Wissenschaftler das Kokosöl zu erforschen. Damals bereiste der Zahnarzt Dr. Weston Price die Pazifikinseln und war über den Gesundheitszustand der Ureinwohner überrascht. Denn diese hatten kaum mit den aufkommenden Zivilisationskrankheiten zu kämpfen, im Gegesatz zu der amerikanischen sowie europäischen Bevölkerung.

Bild: joanna wnuk - Fotolia.com
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Im Anschluss daran wurde Kokosöl unter dem Markennamen Palmin äußerst populär. Das 1892 eingeführte Produkt bestand zu 100 Prozent aus erhitzem, gehärtetem Kokosfett und erfreute sich rasch großer Beliebtheit.

Dieser Hype brach allerdings in den 1980er Jahren abrupt ein. Ausschlaggebend von eine Kampagne des Physiologen Ancel Keys (hat den Body-Mass-Index „erfunden“ ) wurden gesättigte Fettsäuren als schädlich erachtet. Unter anderem galten sie als Ursache von Herzinfakten, Schlaganfällen sowie Übergewicht.

Inzwischen setzt sich allerdings immer mehr die Erkenntnis durch, dass man diese Thematik differenzierter sehen muss. So machen beispielsweise einige gesättigte Fettsäuren die „bösen“ LDL-Cholesterinpartikel größer und somit unschädlicher. Zudem hat die Laurinsäure (50g/100g Kokosöl ) eine positive Eigenschaft auf das „gute“ HDL-Cholesterin. Desweiteren unterstützt die Laurinsäure die Immunabwehr, wirkt antibakteriell und antiviral. Am bedeutensten aber ist vermutlich die Tatsache, dass es sich bei den in Kokosöl enthaltenen Fettsäuren zum Großteil um sogenannte mittelkettige gesättigte Fettsäuren handelt. Diese sind sehr leicht verdaulich, denn sie werden vom Darm direkt zur Leber weitergeführt, so dass sich die Kalorien nicht unmittelbar an der Hüfte niederlassen. Ebenfalls vermutet man eine positive Wirkung auf die Psyche, denn die Leber verstoffwechselt die mittelkettigen Fettsäuren zum Teil zu Ketone, welche das Gehirn vor schädlichen Einflüssen (Stress, Entzündungen) schützt.

Trotz all der Euphorie im Bezug auf die positiven Eigenschaften von Kokosöl sollte man eine gesunde Skepsis an den Tag legen. Denn kein Nahrungsmittel kann alleine eine blühende Gesundheit bis ins hohe Alter garantieren. Hier ist es wichtig, sich an eine alles in allem ausgewogene Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise zu gewöhnen. Auch sollte man darauf achten, ungehärtestes Kokosöl, sogenanntes Virgin Coconut Oil,  zu sich zu nehmen. Denn bei der Fetthärtung wird das Kokosöl zunächst raffiniert, dann desodorisiert und zuletzt gebleicht. Hierbei kann es zur Entstehung der gefürchteten Transfette kommen.

Fazit –  Panik, vor den im Kokosöl enthaltenen gesättigten Fettsäuren ist unangebracht. Trotz allem sollte Kokosöl im Sinne einer ausgewogenen Ernährung immer kombiniert werden.

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